Hallihallo,

Kurz vor unserer Rückkehr nach Deutschland melde ich mich nochmal und erzähle von all den Dingen, die wir in den letzten Wochen noch erleben durften. Unzählige Abschiede, viele Tränen, aber auch wunderschöne Momente.

Beginnen werde ich mit der Woche vor den Winterferien, dort haben wir nämlich angefangen eine Wand an unserer Schule zu streichen. Dann hatten wir noch mal 3 Wochen Winterferien: 2 Wochen davon habe ich im Seaview Predator Park, „Lionspark“, als Freiwillige gearbeitet, die letzte Woche waren dann bei uns in Jeffreys Bay viele andere Freiwillige zu Besuch um die Surfweltmeisterschaften, die JBay Open, zu bestaunen. Nach den Ferien haben wir unsere Wand fertig gestellt, es gab noch mal eine Woche lang Sportunterricht mit allen Klassen und dann ging es los mit den ganzen Abschieden von den Nachmittagsprojekten, letzte große Sporttage an den Schulen und schlussendlich auch der tränenreiche Abschied von der Schule.

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Die letzte Woche vor den Winterferien Ende Juni verbrachten Niko und ich damit, eine Wand an unserer Schule zu streichen. Sie sollte sehr farbenfroh werden und unsere Idee war es, Silhouetten von Kindern mit einem Zitat von Nelson Mandela über Bildung zu verbinden. So fingen wir also an unsere graue Wand gelb zu streichen. Danach wurden die Silhouetten skizziert, wobei wir Hilfe von Kunstlehrern unserer Schule bekamen. Für die Silhouetten standen sowohl einige Kinder unserer Schule, als auch ich selbst, Modell. Als Zitat hatten wir dann das Folgende ausgewählt: „Education ist he most powerful weapon to change the world“. Denn Bildung kann so vieles verändern und das wollten wir sowohl den Lehrern und Kindern, die jeden Tag die Wand sehen, wenn sie auf den Parkplatz der Schule gehen/ fahren, aber auch den Bewohnern des Townships, die an der Schule vorbeigehen, (man kann die Wand von der Straße aus sehen), vermitteln, denn viele Menschen in dieser Gegend sind perspektivlos, doch die Wand soll sie daran erinnern, dass man durch Bildung einiges schaffen kann. Bis zu Ferienbeginn hatten wir dann den gelben Hintergrund, die Silhouetten und das Zitat geschafft.

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Gleich zu Ferienbeginn gab es dann ein großes Highlight. Wir hatten Karten für ein Rugbyspiel der südafrikanischen Nationalmannschaft gekauft, so sahen wir also zum ersten Mal die Springboks live. Und dann sogar noch einen hart umkämpften Sieg über Irland in einem Stadion mit einer tollen Stimmung. So konnten die Ferien beginnen!

Am nächsten Tag teilte sich unsere Gruppe. Solveig und Niko fuhren zusammen in den Urlaub, Nils blieb in Jeffreys Bay, um zu surfen, und für mich ging es in den Seaview Predator Park. Dort hatte ich mich für eine zweiwöchige freiwillige Arbeit beworben. Der sogenannte Lionspark besteht zuerst aus einem Abschnitt, wo man mit dem Auto durch fahren und freilaufende Giraffen, Zebras, verschiedene Böcke und Antilopen und noch ganz viele andere Tiere sehen kann. Dann gibt es Tiger- und Löwengehege, in denen 19 Tiger und Löwen untergebracht sind. In dem letzten Abschnitt ist das Restaurant des Parks, sowie die „Sanctuary Area“, in der es 5 Caracals (Wüstenluchse), 2 Servals, eine Leopardin, einen Puma, einen schwarzen Leoparden, 2 Hyänen, ein Buschschwein, zwei Meerkatzen, eine Baby Giraffe und einen Bauernhof-Streichelzoo mit Pony, Ziegen, Schweinen, Hühnern, Hasen, Pfauen, Ratten und Baby Krokodilen (die kann man nicht streicheln!) gibt.

Untergebracht war ich in einem kleinen Holzhaus neben den Löwen- und Tigergehegen, essen konnten wir im Restaurant. Meine Arbeit dort sah wie folgt aus: Morgens vor dem Frühstück wurden die Tiere der Sanctuary Area gefüttert, nach dem Frühstück war sogenannte „Project-Time“, in der Gehege gesäubert, Plattformen für die Tiere gebaut, Wasser erneuert oder an einigen Tagen die großen Wildkatzen gefüttert wurden. Nach dem Mittagessen war „Animal-Time“, das heißt wir konnten Zeit mit den Tieren verbringen. Bei den Caracals und Servals zum Beispiel konnten wir in die Gehege und mit ihnen spielen und kuscheln, die Babygiraffe, die Leoparden und den Puma konnten wir durch den Zaun streicheln, wenn sie gut gelaunt waren und zum Zaun kamen. Während ich dort war, haben auch andere Freiwillige dort gearbeitet, so hat die Arbeit gemeinsam echt Spaß gemacht und ich hatte eine tolle Zeit dort.

Wieder in JBay angekommen, entschloss ich mich spontan mit Jana, Emma und Solveig zum Festival nach Grahamstown zu fahren. Dort war nämlich ein Kunstfestival und an dem Wochenende wollten alle Freiwilligen gemeinsam den letzten Tag feiern. So wurde es eine kurze und unbequeme Nacht im Auto auf dem Parkplatz von Spar, aber es hatten alle viel Spaß.

Daraufhin ging es dann mit einer Gruppe von 14 Freiwilligen nach Jeffreys Bay. Leider hatten unsere Besucher kein Glück und die Surfweltmeisterschaften, der Hauptgrund ihres Kommens, wurden während der 5 Tage aufgrund von schlechten Wellen abgesagt und fanden erst statt, nachdem sie schon wieder weg waren. Trotzdem hatten wir in den 5 Tagen gemeinsam sehr viel Spaß, waren am Strand schwimmen und Fußball spielen, in der Stadt shoppen und vieles mehr. Als die Freiwilligen dann weg waren, fanden die Surfweltmeisterschaften doch noch statt. Sieger wurde der Australier Mick Fanning.

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Darauf den Montag ging dann die Schule wieder los und es ging in die Endphase unseres Jahres: noch 3,5 Wochen bis zum Abflug. Die erste Woche nach den Winterferien verbrachten wir damit unsere Wand fertig zu machen. Wir besserten das bereits Gemalte aus, setzten noch farbliche Akzente im Hintergrund mit grün und orange und fügten den Autor des Zitates, sowie unsere Namen hinzu.

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Die 2. Woche nach den Ferien war dann die letzte „richtige“ Schulwoche. Vormittags haben wir, bis auf Mittwoch, noch mal alle Klassen zum Sportunterricht rausgenommen und uns von ihnen verabschiedet. Mittwoch waren wir den ganzen Tag mit Nikos und Nils Jungs Fußballteams in PE bei einem von uns Freiwilligen veranstalteten Turnier mit 7 Mannschaften. Dabei holten sie einen erfolgreichen 3. Platz.

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Am Montag dieser Woche war die erste Abschiedsveranstaltung und zwar ging es mit meiner Mädchenfußball Mannschaft nach Seaview in den Lionspark, in dem ich in den Ferien gearbeitet habe, denn keines der Mädchen hatte vorher schon mal einen Löwen, Tiger, eine Giraffe oder ein Zebra gesehen. Das war ein richtig toller Tag und die Mädels hatten unglaublich viel Spaß.

Der Rest der Woche war ganz dem Mondplaas-Projekt gewidmet. Donnerstag waren wir ganz normal wie jede Woche zum Fußballspielen da. Freitag wollten wir eigentlich grillen, da machte uns aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Also sind wir einfach so hingefahren und haben so lange mit den Mondplaas-Kindern gespielt bis es Anfing zu regnen. Samstag war dann der große Tag: Mit 14 Kindern im Transport traten wir den Weg nach PE an. Im sogenannten Boardwalk spielten wir zuerst mit allen Kindern Bowling. Die wenigsten hatten das vorher schon einmal gemacht. Trotzdem hatten alle schnell den Dreh raus und alle hatten viel Spaß. Später spielten ein paar der Kinder auch einige Partien Pool. Bevor es zurück nach Hause ging wurden alle mit KFC versorgt und so wurde ein toller Tag abgerundet.

Die letzte Schulwoche startete gleich wieder mit einer Abschiedsveranstaltung. Und zwar hatten wir für das Tischtennisprojekt ein schulinternes Turnier zwischen Schülern, Lehrern und Freiwilligen organisiert. Es war schön zu sehen, wie viel Freude alle an der doch eher unbekannten Sportart hier hatten, sowohl die Lehrer als auch die Schüler.

Am Dienstag war es dann soweit: Der lange geplante finale Sporttag für unsere Schule fand statt. Wir wollten alle Kinder noch einmal in der Form des Sportes verabschieden und hatten ein vielseitiges Turnier geplant. Dafür hatten wir zuerst alle 15 Klassen der Stufen 1-3 auf dem Feld, die im Fußball, Rugby, Schubkarrenrennen, Sackhüpfen, Tauziehen und Kartoffellauf gegeneinander antraten. Es war ein buntes Durcheinander, aber es war wunderschön den Kindern die Freude anzusehen. Nachdem wir uns von den Klassen 1-3 verabschiedet hatten, alle eine kleine Schokolade bekommen und wir ein Foto gemacht haben, kamen die Klassen 4 und 5 aufs Feld, die im Fußball, Rugby, Zehnerball und Tauziehen gegeneinander antraten. Auch hier hatten alle sehr viel Spaß und auch das Wetter spielte den Tag mit und sorgte mit strahlendem Sonnenschein auch für einen kleinen Sonnenbrand auf dem einen oder anderen Gesicht. Zum Abschluss kamen dann die Stufen 6 und 7 aufs Feld, die in denselben Sportarten gegeneinander antraten. Am Ende des Tages hatten wir also alle 1400 Schüler noch mal auf dem Feld gehabt und allen hat es sehr gut gefallen.

Am Mittwoch ging es mit unseren Afternooncare-Kindern als Abschiedsprojekt zum sogenannten Lumo-Golf in die Fountainsmall. Lumo Golf ist Indoor Minigolf, wobei es aber dunkel ist und nur der Ball, die Umrandung der Bahn und das Loch leuchten. Keines der Kinder hatte hier jemals zuvor gespielt, so war es für alle ein tolles Erlebnis.

Den Donnerstag fand dann der Funday an der St. Patricks Primary School statt, wo Niko und ich auch mit halfen. Es gab eine Hüpfburg, Kinderschminken, ein Glücksrad, bei dem Sportspenden verschenkt wurden, und vieles mehr. Am Ende des Tages bekam jeder Schüler und Lehrer einen Heliumballon, an den eine Karte mit Wünschen gehängt wurde und dann wurden alle Ballons steigen gelassen. So war auch dieser Abschlusstag ein voller Erfolg.

Am Nachmittag veranstalteten wir das Abschiedsgrillen in Mondplaas, das vorherige Woche ins Wasser gefallen war. Mit 27 Kindern blieben wir bis in die Abendstunden um das Feuer bei Stockbrot und Marshmallows zusammen und genossen die letzten gemeinsamen Stunden.

 

 

 

Am Freitag hieß es dann Abschied nehmen von der Schule. Für Niko und mich wurde eine Assembly veranstaltet, das heißt die gesamte Schule kam zusammen. Dann wurden von verschiedenen Leuten Reden für Niko und mich gehalten und schließlich waren auch wir an der Reihe uns zu bedanken für alles, was die Schule für uns gemacht hat und für die Unterstützung. Während der Assembly sind zahlreiche Tränen geflossen, sowohl bei mir, als auch einigen Lehrern und Schülern. Anschließend gab es noch ein Abschiedsessen mit den Lehrern und so neigte sich der letzte Schultag unseres Freiwilligendienstes dem Ende zu.

Jetzt ist ein verlängertes Wochenende gewesen und morgen geht es schon nach PE, denn am Donnerstag geht der Flieger Richtung Deutschland. Jetzt ist also vor allem Packen und sauber machen angesagt, aber auch noch mal die letzten Stunden in Jeffreys Bay genießen.

Insgesamt habe ich in diesem Jahr Freiwilligendienst in Südafrika unglaubliche Erfahrungen gemacht, die ich nie vergessen werde, und ich bin so dankbar an alle, die mir das ermöglicht haben und an alle, die Teil dieser Erlebnisse sind. Dies war nun mein letzter Blogeintrag und ich hoffe, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen und zu verfolgen, was ich hier so gemacht habe.

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Schon Freitag bin ich wieder in Deutschland, also bis dann!

 

Mehr Fotos:

Volunteering Lionspark:

Mondplaas Abschied Bowling:

Final Sportsday Pellsrus:

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