Hallo zusammen!

In den Herbstferien habe ich wieder ganz viele tolle Sachen erleben dürfen. Zuerst haben mich meine Eltern für 2 Wochen besucht. Am Anfang waren wir in JBay, ich habe ihnen die Stadt und die Projekte gezeigt und dann begann der Roadtrip entlang der Garden Route nach Kapstadt. Nachdem ich meine Eltern dann nach der ersten Ferienwoche zum Flughafen in PE gebracht habe, ging es für mich noch am selben Tag mit den anderen Freiwilligen weiter Richtung East London, einem Zwischenstopp auf dem Weg in die Transkei nach Coffee Bay. Nach einer aufregenden letzten Ferienwoche in Coffee Bay und Bulungula ging es dann wieder zurück in die Heimat nach Jeffreys Bay, wo ich schon nach der ersten Schulwoche wieder Besuch von meiner Cousine bekam, die aber nur für das Wochenende da waren. Jetzt kehrt also wieder die Normalität ein und wir arbeiten motiviert in den Projekten und haben viel vor in der nächsten Zeit. Jetzt noch mal alles von Anfang.

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Eine Woche bevor die Herbstferien begannen, hatte ich das Glück meine Eltern vom Flughafen in PE abholen zu können und durfte die nächsten zwei Wochen mit ihnen verbringen. Nach einem sehr freudigen Wiedersehen am Flughafen machten wir uns auf den Weg nach Jeffreys Bay. Den Abend ließen wir bei einem gemütlichen Braai in unserer Wohnung (Braai ist der südafrikanische Begriff für Grillen) mit allen zusammen ausklingen.

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Die nächsten beiden Tage kamen meine Eltern dann mit in die Schule. Niko und ich haben noch normal Unterricht gemacht, so haben sie dann überall mal reingeschaut und auch bei den Nachmittagsprojekten, zum Beispiel beim Fußball, tatkräftig mitgeholfen und mitgespielt. Es war sehr schön für meine Eltern zu sehen, wie ich lebe und arbeite. So haben sie jetzt eine viel genauere Vorstellung davon, wenn ich beim Telefonieren mal wieder Geschichten aus der Schule erzähle. Mittwoch hatten wir dann noch einen Clean-Up-Day an unserer Schule organisiert, an dem wir Müllsäcke und Gummihandschuhe verteilt und dann sowohl die Klassenräume, als auch die Schulhöfe gesäubert haben. Dies war dann auch unser letzter Schultag, da am nächsten Tag schon die Reports (Zeugnisse) ausgeteilt wurden. Daher haben meine Eltern und ich den Tag gleich ganz genutzt und eine Safari im nahegelegenen Lombardini Game Reserve gemacht. Dort haben wir Nashörner, Giraffen, Zebras und Böcke gesehen und den ganzen Tag über natürlich auch ganz viel gequatscht und erzählt, was es Neues gibt in Deutschland und auch was ich hier so erlebt habe bisher. Außerdem waren wir noch bei einem Wasserfall ganz in der Nähe, bei dem man mit einer Zipline ins Wasser fahren kann.

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Am Freitag begannen dann offiziell die Schulferien und für uns ging auf der Garden Route zu unserem ersten Stopp nach Knysna. Dort haben wir am Abend noch die Innenstadt erkundet und waren abends an der Waterfront unterwegs. Am nächsten Tag haben wir dann das komplette Touristenprogramm Knysnas abgearbeitet: Zuerst haben wir den Countrymarket in Harkerville besucht, dort gab es zahlreiche regionale Köstlichkeiten, aber auch traditionelles Kunsthandwerk und Live Musik. Danach ging es weiter in den Elefantenpark, wo wir die Elefanten auch gefüttert und gestreichelt haben, was ein unbeschreibliches Erlebnis war! Zum Abschluss ging es dann noch in den kleinen Nationalpark „Garden of Eden“, in dem die ganze Vielfalt des Waldes von Knysna zu bestaunen war. Den Sonntag ging es dann weiter zum Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, an dem auch der indische und atlantische Ozean aufeinander treffen. Dort war es auch sehr, sehr schön.

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Der nächste Stopp am Montag hieß dann endlich Kapstadt! Zuerst bezogen wir unsere Zimmer, danach ging es durch den Großstadtverkehr, wo man als deutscher Rechtsfahrer im südafrikanischen Linksverkehr auch mal durcheinander kommen kann, in Richtung Innenstadt zur modernen Victoria&Alfred Waterfront, wo wir dann Abendbrot gegessen haben. Die nächsten Tage verbrachten wir mit einer Sightseeingtour, Shopping auf den berühmten Märkten, auf denen es Unmengen an Kunsthandwerk und traditioneller afrikanischer Kleidung zu kaufen gab, aber auch in den riesigen Einkaufs-Malls, die sehr europäisch aussehen. Außerdem sind wir auch auf den Tafelberg gefahren und zum Cape-Point und Boulders Beach, wo man mit dem afrikanischen Pinguin schwimmen kann. Das war auch alles sehr aufregend, obwohl ich das in den Sommerferien auch schon alles gesehen habe, aber es war schön das ganze noch mal mit meinen Eltern zu erleben. Des Weiteren sind wir auch den Chapmans Peak Drive gefahren, eine Straße, die an einem Berg entlang der Küste führt, wo man unglaubliche Landschaftspanoramen zu Gesicht bekommen hat. Einen Abend bin ich noch zum Sonnenuntergang auf den Lions Head gewandert (alleine, da die Wanderung recht anspruchsvoll ist), von wo ich glaube ich den schönsten Sonnenuntergang und Mondaufgang meines Lebens gesehen habe. Das waren Sachen, die ich im Sommerurlaub noch nicht gemacht hatte.

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Am Freitag ging es dann schon wieder ein Stückchen Richtung Heimat zu unserem ersten Stopp Hermanus. Von der Stadt haben wir nicht so viel gesehen, da wir erst abends ankamen und am nächsten Morgen gleich weiter sind. Hermanus ist sonst für Walbeobachtung berühmt, aber die sind dort nur von Juni-Dezember. Samstag sind wir dann aufgebrochen zu unserem nächsten Stopp Mossel Bay. Dort haben wir uns nur ein wenig die Stadt und den Hafen angeschaut, abends in einem Restaurant am Strand gegessen, wo wir beim Essen noch Delfine beobachten konnten und dann haben wir etwas improvisiert mit Kerzen und Kuchen in den Geburtstag von meinem Papa reingefeiert. So lange haben wir allerdings nicht gemacht, da wir am nächsten Tag eine lange Strecke vor uns hatten. Am Nachmittag erreichten wir den Lions Park in der Nähe von PE, wo wir dann Löwen, Tiger, Leoparden, Zebras, Giraffen, Erdmännchen und viele weitere Tiere beobachten konnten. Diese Tiere waren jedoch eingezäunt, da es sich hier zum Teil um kranke oder vom Aussterben bedrohte Tiere handelt, wie zum Beispiel der weiße Tiger. Die Gehege waren wesentlich größer als im Zoo, aber trotzdem anders als in einem Nationalpark oder Game Reserve nicht freilaufend. Erst am Abend kamen wir dann in PE bei unserem Gästehaus an. Den Abend verbrachten wir dann an der Promenade, wo aufgrund eines Festivals sehr viel los war, und im sogenannten „Boardwalk“.

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Am Montag war es dann leider schon an der Zeit sich zu verabschieden. Nach langen Umarmungen am Flughafen und auch einigen Tränen ging es für mich zurück nach Jeffreys Bay, wo ich nur schnell Sachen neu gepackt habe und gleich mit den anderen Freiwilligen los Richtung East London gefahren bin, wo wir bei den Freiwilligen dort geschlafen haben. So ging an diesem Tag Roadtrip Nr. 3 zu Ende und Nr. 4 begann. Am nächsten Morgen ging es los nach Coffee Bay, wo noch keiner von uns vorher war. Die Fahrt in die Transkei war, wie die Strecke nach Bulungula, herrlich: Wunderschöne Landschaften mit Rundhütten auf den Hügeln.

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Bei den Freiwilligen angekommen, die übrigens auch in zwei miteinander verbundenen Rundhütten leben, ging es nach der Begrüßung gleich zum Strand, die Sonne auskosten und ein bisschen baden. Die Abende verbrachten wir in verschiedenen Backpackern, wo oft auch Lagerfeuer war oder getrommelt wurde, was für uns aus Jeffreys Bay auch neu war. Den nächsten Tag wanderten wir in das 14km entfernte Lubanzi, entlang der Wild Coast mit atemberaubenden Ausblicken auf Meer und Land. Dort warteten auch einige Herausforderungen, zum Beispiel mussten wir einen Fluss durchqueren. Am Abend wurde sich dann auf der Dachterasse des Backpackers unter dem Sternenhimmel erholt, bevor es dann am nächsten Tag wieder zurück nach Coffee Bay ging. Auf der Wanderung passierten wir auch das berühmte „Hole in the Wall“, das aber gar nicht so spektakulär war wie erwartet, aber trotzdem schön.

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Für die letzte Nacht fuhren wir dann noch nach Bulungula, da die anderen Freiwilligen, mit denen wir unterwegs waren, noch nie dort gewesen sind. Dort entspannten wir nur etwas am Strand und ließen den Abend gemütlich im Bulungula-Feeling bei Kerzenschein ausklingen. Den Sonntag machten wir uns dann auf den Weg zurück mit einer Nacht Stopp in East London, da ich Montag das Mietauto wieder abgeben musste, bevor Dienstag die Schule wieder losging. So habe ich also auch in den Herbstferien wieder einiges vom Land gesehen, ganz viele neue Erfahrungen gemacht und unglaublich tolle Erlebnisse gehabt.

Die erste Schulwoche war noch etwas chaotisch und Freitag gab es für mich gleich wieder Besuch, da meine Cousine und ihr Freund über das Wochenende in Jeffreys Bay waren auf ihrer Reise entlang der Garden Route Richtung Kapstadt. So verbrachten wir das Wochenende gemeinsam, Freitag und Montag waren sie noch bei der Schule mit, Samstag habe ich ihnen Jeffreys Bay gezeigt, die Supertubes haben sich von ihrer besten Seite gezeigt, es waren viele Surfer da und dann kamen auch noch Delfine, die zwischen den Surfern geschwommen und auch mit die Wellen gesurft sind. Sowas hatte ich bis dahin auch noch nie gesehen. Sonntag waren wir noch gemeinsam in St. Francis, einer Stadt hier ganz in der Nähe. Montag hieß es dann schon wieder „Weiter geht’s!“ für die beiden, ich bin alleine in JBay zurück geblieben.

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Jetzt wird in der Schule und den Projekten wieder richtig durchgestartet. Niko und ich sind in unserer Schule jetzt im Cross Country involviert, wo wir Dienstag schon auf einem Wettkampf im Tsitsikamma mit waren. Außerdem geht das Mädchenfußballtraining in die heiße Phase, da wir im Mai an einem Turnier in East London teilnehmen, bei dem alle Mädchenmannschaften der Freiwilligen zusammen kommen. Dafür muss ich aus den 25 Mädchen 12 auswählen, die mitkommen dürfen. Mittwochs sind jetzt nahezu jede Woche Sportsdays, bei denen wir zu einer Schule hinfahren, bzw. eine Schule aus dem Umkreis zu uns kommt und die Kinder im Rugby, Netball und Fußball gegeneinander antreten. Letzte Woche haben Niko und ich zwei Abstellräume in der Schule entrümpelt und sauber gemacht und in dem einen Raum die Tischtennisplatte wieder aufgebaut, sodass auch das Tischtennisprojekt endlich wieder stattfinden kann.

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Unser Afrikaans wird auch immer besser. Jeden Tag lernen wir ein kleines bisschen dazu, was uns die Kinder, Lehrer, Sekretärinnen oder Hausmeister beibringen oder was wir einfach so aufschnappen. Mittlerweile verstehe ich echt viel und kann so auch einige Fragen der Erstklässler, die noch nicht viel Englisch sprechen, auch beantworten. Trotzdem versuche ich auch das Englisch weiter zu behalten, da es gut ist für die Kinder, wenn sie eine Person haben, mit der sie Englisch sprechen müssen. So verbessert sich deren Englisch auch ein wenig. So gibt es zum Beispiel Situationen, in denen die Kinder mich etwas auf Afrikaans fragen, ich auch verstehe, was sie sagen, aber sie trotzdem noch mal darum bitte mich auf Englisch zu fragen, einfach um das Englisch weiter zu schulen.

Bis zu den nächsten Ferien im Juni wollen wir dann noch eine Wand in unserer Schule streichen und einen Zahnputztag mit einem Zahnarzt aus JBay machen. Außerdem findet ein Jungs- und ein Mädchenfußballturnier in East London mit allen Freiwilligen statt und mit den Kindern aus dem Mondplaas-Projekt wollen wir demnächst grillen. So haben wir also einiges vor in den Projekten, aber ich freue mich riesig auf die Zeit mit den Kindern und werde jede Sekunde genießen!

Mehr Fotos:

Urlaub Mama+Papa:

JBay:

Knysna:

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Kap Agulhas:

Kapstadt:

PE:

 

Urlaub Freiwillige:

Coffee Bay+Lubanzi:

 

Wochenende mit Ela+Peter:

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