Die letzten paar Wochen waren vor allem von der20151017_184057 Rugby-WM geprägt. Viele Spiele der Springboks (Südafrika) und auch der All Blacks (Neuseeland) haben wir hier verfolgt, entweder im Jolly Dolphins, einer Bar direkt am Strand, auf Großbildleinwand, oder bei Drazene und Deon zu Hause, dem Lehrerehepaar, die hier unsere Ansprechpersonen bei allen Fragen und Problemen sind. Dort haben wir dann  auch mal einen südafrikanischen Braii erlebt (gegrillt).

IMG-20151022-WA0002Am 28.10. fand ein Awards evening von unserer Schule in der Newton Hall in Jeffreys Bay statt, einer Art Gemeindesaal. Dort wurden Zertifikate für besonders gute Leistungen in bestimmten Schulfächern oder auch für sozial engagierte Schüler ausgehändigt. Niko und ich hatten einen Riesenspaß diesen Saal zu schmücken, denn es IMG-20151022-WA0005mussten Vorhänge auf der Bühne aufgehängt werden, wofür der ein oder andere Stuhlturm gebaut werden musste, da keine Leiter vorhanden war (REKORD: 12 (!!!) Stühle übereinander). Zum Glück hat alles gehalten und das Ergebnis hat sich auch sehen lassen. Niko und ich haben auch ein Zertifikat für unsere Freiwilligenarbeit im Sportunterricht bekommen. Besonders schön war es, diese Bestätigung auch durch die Kinder zu bekommen, die total ausgeflippt sind, als unsere Namen gesagt wurden und ganz laut applaudiert haben, als wir auf die Bühne gingen. Das war ein wirklich schöner Abend. Darauf die Woche fand dann der Awards evening von der St. Patricks PS statt. Auch dort waren wir eingeladen und hatten einen netten Abend mit leckerem Essen.

Am letzten Donnerstag und Freitag im Oktober fand dann der Sportsday statt, an dem die Häuser unserer Schule gegeneinander antraten. Am Donnerstag waren Wettkämpfe in den Disziplinen Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoßen. Da war ich beim Hochsprung bei den Mädchen eingesetzt. An beiden Tagen waren die meisten Schüler in den Farben ihres Hauses gekleidet, sodass man immer gut erkennen konnte, zu welchem Haus welcher Schüler gehört. Am Freitag waren dann die Laufdisziplinen an der Reihe. Dort mussten wir an der Ziellinie nach jedem Lauf schauen, wer welchen Platz belegt hat. Die Sportler wurden lautstark von ihren Mitschülern aus demselben Haus angefeuert und es war trotz Regen eine sehr gute Stimmung auf dem Sportplatz. Sieger nach beiden Wettkampftagen war das rote Haus.

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Mittlerweile haben wir auch angefangen hier etwas Sport zu treiben. Zum Joggen gibt es echt schlimmere Orte als den Strand direkt vor unserer Haustür. Zuerst laufen wir auf der Straße Richtung Paradise Beach, der seinem Namen alle Ehre macht, vor allem wenn die Sonne scheint, dann geht es am Strand entlang zurück zu unserer Wohnung.

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Als Malte, ein Volunteer aus Port Alfred, hier war, haben wir das Island Vibe entdeckt, ein schöner Backpacker, besonders für junge Leute, ganz in der Nähe von unserer Schule. Hier kann man sehr schnell sehr viele Leute aus aller Welt kennenlernen, so wie wir an dem Abend, unter anderem auch einen anderen deutschen Freiwilligendienstler, der im selben Township arbeitet wie wir. Da werden wir bestimmt noch das ein oder andere mal hingehen!

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Letzte Woche begann dann unser Trip nach Bulungula, über 600km nordöstlich von Jeffreys Bay, ein kleines Dorf, direkt an der Küste gelegen, in der Transkei. Dafür brachen wir am Dienstag nach der Schule mit unserem schönen gemieteten Hyundai ix35 auf, zuerst nach East London. Dort verbrachten wir eine Nacht bei den Freiwilligen Vorort bis es dann am Mittwoch weiter ging nach Bulungula. Allein die Fahrt war schon ein Erlebnis. Nachdem wir über die Kei-Bridge gefahren sind, war es, als wären wir in eine andere Welt gefahren. Die Häuser waren nun Rundhütten, es war nicht mehr alles auf einem Fleck, sondern auf jedem Hügel waren ein paar Rundhütten. Es waren nicht mehr wirklich Grenzen zwischen den Dörfern zu erkennen, es kreuzten immer mehr Kühe, Ziegen und Schafe die Autobahn und die letzten 1,5 Stunden sind wir auf einer Dirtroad gefahren, einer unbefestigten Straße mit dem ein oder anderen Schlagloch. Am späten Nachmittag haben wir dann unser Ziel erreicht: BULUNGULA. Ein kleines, nettes Dorf in der Transkei direkt an der Wild Coast.

IMG-20151108-WA0070Dort haben wir dann die Freiwilligen Motitz und Paul überrascht, die so früh noch gar nicht mit uns gerechnet hatten. Den ganzen Abend wurde dann ganz viel erzählt von den Urlauben und den letzten Wochen. Am nächsten Tag gingen wir mit in die Projekte.

Am Morgen vor der Schule ging es zuerst in den20151106_114457 Bulungula Incubator, eine NGO mit angrenzender Vorschule. Dort wurden einige Fragen zu Computerproblemen geklärt, bevor wir dann den einstündigen Fußweg zur Schule antraten. Dort wurden wir ganz herzlich begrüßt, die Kinder waren sehr offen und wollten uns sofort kennenlernen und wir wurden auch den Lehrern vorgestellt. Im Unterricht halfen wir hier und da mit und erlebten so den Schulalltag an einer Schule auf dem Land, anders als bei uns die Schule in der Stadt. Am Nachmittag ging es dann die eine Stunde wieder zurück, diesmal jedoch in Begleitung einiger Kinder, die auch nach Hause gingen.

20151105_083540Zum Sonnenuntergang gingen wir dann in der Lagune nah am Meer schwimmen, was ein ganz besonderes Erlebnis war. Wie die Sonne hinter den Hügeln unterging, hatte schon etwas an sich. Den Freitagvormittag verbrachten wir dann im Bulungula Incubator, wo ich unter anderem bei der Neugestaltung des Blogs half. Natürlich wurde auch mit den Kindern der Vorschule gespielt, als diese Pause hatten. Am Nachmittag begleiteten wir die Freiwilligen dann zu dem letzten Projekt der Woche und zwar arbeiten die beiden zu der Zeit mit einigen musikbegeisterten Jugendlichen aus Bulungula, nehmen Songs auf und drehen Musikvideos dazu.

20151106_164701An dem Tag wurden zwei neue Songs aufgenommen, wovon wir alle sehr beeindruckt waren. Am Abend gingen wir wieder schwimmen, diesmal aber im Meer und leider nicht bei Sonnenuntergang, weil es etwas bewölkt war. Den Samstag verbrachten wir dann am Strand und in der Lodge bei einem Lagerfeuer. Am Sonntag hieß es dann bei Sonnenaufgang „Tschüss Bulungula“ und wir machten uns auf den 10-stündigen Heimweg.

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Zurzeit sind ein paar Leute vom ASC Göttingen hier in Südafrika um unsere Projekte anzuschauen und zu sehen, wie wir hier leben. Am Mittwochnachmittag waren wir dann an der Reihe unsere Nachmittagsprojekte zu zeigen. Hierfür organisierten Solveig und ich ein Fußballspiel unserer Mädchenmannschaften gegeneinander. Mein Team verlor leider knapp mit 2:1, aber alle hatten viel Spaß und man konnte sehen, dass unsere Nachmittagsprojekte sehr gut laufen. Für die Mädchen war es schon etwas Besonderes die Trikots anzuziehen und alle waren sehr aufgeregt, da es für die meisten ihr erstes Fußballspiel war.

IMAG2626Am späteren Nachmittag kamen Ingo, Daniel, Lars und Brett dann auch zu uns nach Hause, um sich unsere wunderschöne Wohnung anzuschauen. Außerdem hatten sie uns mitzuteilen, dass wir die Möglichkeit haben in den nächsten Wochen ein weiteres Nachmittagsprojekt in der Nähe von Jeffreys Bay aufzubauen. Daran arbeiten wir jetzt und versuchen dieses bald ins Laufen zu bringen. Am Donnerstag kamen sie dann mit in unsere Schulen. Wir führten sie ein wenig herum und stellten ihnen unsere wichtigsten Kontaktpersonen in der Schule vor. Alles lief sehr gut und auch der ASC scheint recht zufrieden zu sein mit unserer Arbeit in den Projekten, was uns sehr glücklich macht, denn wir möchten natürlich, dass die Projekte in Jeffreys Bay und Humansdorp auch in den nächsten Jahren weiterhin im Voluntärprogramm bleiben.

Heute wollte ich den Strandausflug mit meiner Mädchenfußballmannschaft nachholen, der vor 2 Wochen wegen schlechten Wetters ausgefallen ist. Um 2 wollte ich mich mit meiner Mannschaft treffen. Um 20 vor 2 zogen schwarze Wolken auf, um Viertel vor 2 fing es an wie aus Eimern zu schütten. Irgendjemand hat etwas dagegen, dass ich einen Strandtag machen möchte. Aber ich versuche es nächstes Wochenende noch einmal, ich gebe nicht auf. Vielleicht klappt es dann ja im 3. Anlauf.

Impressionen aus Bulungula:

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